Mann am Steuer eines Linienbusses, tippt auf seinem Smartphone

Ablenkung durch Smartphones im öffentlichen Verkehr – Fernbusfahrer mit dem Handy unterwegs

Mit seiner Verkehrssicherheitskampagne „BE SMART – Hände ans Steuer, Augen auf die Straße“ möchte der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. Autofahrer für die Gefahr der Nutzung des Smartphones am Steuer sensibilisieren. Trotz vieler Aktionen und Kampagnen wie „BE SMART“, breitet sich die Gefahr leider immer weiter aus und gefährdet mittlerweile nicht nur mehr Autofahrer. Nach dem verheerenden Zugunglück von Bad Aibling, bei dem der verantwortliche Fahrdienstleiter ebenfalls durch sein Smartphone abgelenkt war, wurde nun auch ein Busfahrer einer Fernbuslinie mit dem Smartphone in der Hand erwischt.

Die Gefahr kennt mittlerweile fast jeder, trotzdem passieren immer häufiger Unfälle durch die Ablenkung des Smartphones. Die Ablenkung durch das Handy sorgt für ein 23-fach höheres Unfallrisiko und man gefährdet dadurch sich selbst und auch andere unschuldige Verkehrsteilnehmer. So muss insgesamt für Deutschland von jährlich mindestens 500 Verkehrstoten im Straßenverkehr aufgrund von Ablenkung und Unachtsamkeit, meist hervorgerufen durch das Smartphone am Steuer, ausgegangen werden.

Der Fahrer von Flixbus/MeinFernbus wurde während der Fahrt von Celle nach Hamburg auf der A7 am 20.12.2015 (20.12.2015 09:17 Fahrt CE-HH, Abfahrt in CE ca. 8:10) von einem der Fahrgäste knapp 90 Sekunden lang dabei gefilmt, wie er auf seinem Smartphone herumtippte. 90 Sekunden, in denen der Fahrer unentwegt mit dem Handy spielt, während er einen vollbesetzten Bus teilweise im Blindflug steuert. Auf dem Video sieht es so aus, als ob der Fahrer eine App bedienen würde.

Der Fahrgast hat daraufhin auch Anzeige bei der Polizei erstattet. Der Fahrer hat 1 Punkt bekommen und 60 EUR bezahlt. Obwohl rund 50 Menschen mit an Bord sein könnten, gibt es hier nur eine „kleine“ Bußgeldstrafe. Lächerlich, wenn man bedenkt, dass der Fahrer nicht nur für sich sondern auch für 50 Personen im Bus und viele andere Verkehrsteilnehmer die Verantwortung trägt.

 „Handy in der Hand ist die weitverbreitetste Autofahrerkrankheit, die es gibt. Ständig sieht man andere Verkehrsteilnehmer damit rumspielen. Und nicht nur Autofahrer. Das betrifft Busfahrer und LKW-Fahrer gleichermaßen. Die haben eigentlich noch mehr Verantwortung auf der Straße. Es ist dringend nötig, dass sich da was an der Einstellung der Verkehrsteilnehmer ändert. Mit Strafen alleine wird das aber sicher nicht gelingen. Die Einstellung muss sich ändern. Daher gibt es unsere Kampagne „BE SMART“ Hände ans Steuer und Augen auf die Straße“ – geschätzte 500 Verkehrstote pro Jahr in Deutschland durch Ablenkung sind einfach viel zu viele Opfer!“, so Dr. Michael Haberland, Kampagneninitiator und Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V.

So wird auch der öffentliche Verkehr wohl zunehmend durch die Ablenkung der Smartphones gefährdet. Auch hier ist eine flächendeckende und umfangreiche Aufklärung und Sensibilisierung dringend notwendig, um weitere solcher Vorfälle zu vermeiden. Natürlich wird die Kampagne „BE SMART“ auch hier ansetzen. Das Ziel der Kampagne, die der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. zusammen mit der TÜV SÜD initiiert hat und die unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Verkehr und Digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt steht, ist es, mehr Bewusstsein für das Risiko und die Gefahren der Smartphonenutzung als Autofahrer und Verkehrsteilnehmer während der Fahrt zu schaffen.

Zusammen mit den Kampagnenpartnern ESSO, RTL, Logitech, SAMSUNG, Sortimo, dem VDA und Volkswagen wird es auch im Jahr 2017 wieder viele Aktionen und Projekte geben, um die Straßen in Deutschland ein wenig sicherer zu machen. Das Motto bleibt: „BE SMART! Hände ans Steuer und Augen auf die Straße.“

Das Video können Sie hier anschauen: